Anwaltshonorar

Der Rechtsanwalt kann sein Honorar mit dem Klienten frei vereinbaren. In der Praxis wird entweder ein Honorar nach Zeitaufwand (Stundensatz) oder eine Abrechnung nach dem Rechtsanwaltstarif mit dem Klienten vereinbart.

Der Stundensatz ist im Einzelfall nach der Art und Umfang der Bemühungen, nach der Schwierigkeit des Falles und nach dem Streitwert (Interesse an der Rechtssache) zu bemessen. Gemäss den Honorarrichtlinien der Liechtensteinischen Rechtsanwaltskammer ist ein Stundensatz zwischen CHF 300.00 und CHF 1'000.00, je nach Art der Bemühungen und Schwierigkeit des Falles, angemessen. Zusätzlich zum Stundensatz können noch Barauslagen und Spesen (z. B. für Kopien, Porto, Telefon, Kosten des Sekretariats etc.) verrechnet werden.

Alternativ zu einem Stundensatz kann das Honorar des Rechtsanwalts auch nach dem im Gesetz über den Tarif für Rechtsanwälte und Rechtsagenten (RATG) berechnet werden. Dieser Tarif bemisst sich nach dem Wert des Streitgegenstandes und enthält für die verschiedenen Leistungen des Rechtsanwalts verschiedene Tarifposten (TP). Hinzu kann der sogenannte Einheitssatz von 40% bzw. 50%, mit welchem Nebenleistungen (z. B. Besprechungen mit Klienten, Telefonate, Korrespondenz, Akten- und Rechtsstudium, etc.) pauschal abgegolten werden, kommen.

Das Liechtensteinische Prozessrecht sieht eine Prozesskostenersatzpflicht des Gegners nach dem Erfolgsprinzip vor. Dies bedeutet, dass die unterliegende Partei im Umfang ihres Prozessverlustes die Prozesskosten der Gegenseite zu ersetzen hat. Die Verurteilung zum Prozesskostenersatz basiert dabei nicht auf den tatsächlich angefallenen Kosten des Rechtsanwalts nach Zeitaufwand, sondern stets auf dem Rechtsanwaltstarif. Es ist daher möglich, dass ein Mandant bei einem Prozessgewinn die Kosten seines eigenen Rechtsanwalts nach Zeitaufwand nicht zur Gänze ersetzt erhält.

 

Die Vereinbarung eines Erfolgshonorars (quota litis) ist dem Rechtsanwalt untersagt.